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Neue Informationstafeln zum renaturierten Horner Seeufer

In den vergangenen Jahren kam verschiedentlich von Besucherinnen und Besuchern des Horner Seeufers die Frage auf, weshalb an diesem schönen Seeuferabschnitt die Hunde an der Leine zu führen sind sowie das Baden und das anzünden von Feuer ausserhalb der offiziellen Feuerstellen verboten ist. Der Gemeinderat Horn hat sich deshalb entschlossen, alle Besucherinnen und Besucher mit Informationstafeln über die Renaturierung sowie das heute lebendigen Horner Seeufer zu informieren. Dank der aktiven Mitarbeit von Pro Natura Thurgau sind drei Informationstafeln mit vielen interessanten Informationen über anzutreffende Wildtiere und deren Lebensräume entstanden.

Geschichtliches
Die alten Fotos von Horn zeigen Uferpartien, bei welchen die Vorgärten der Wohnhäuser teilweise durch den See abgetragen wurden. Die Grundeigentümer und Anstösser behalfen sich früher mit notdürftigen Verbauungen aus Holzpfählen. Andere Materialien standen damals nicht zur Verfügung oder waren unerschwinglich. In der Wirtschaftskrise nach dem 1. Weltkrieg (bis Mitte der 30er-Jahre) erstellte die Gemeinde Horn eine Uferverbauung aus Beton. Diese Betonmauern wurden von den privaten Anstössern übernommen, und nach und nach war das gesamte Horner Ufer verbaut. Im Jahr 1976 wurde eine Teilplanung vom Hafen Zentrum bis zum Hornbach für ein neues Seeufer öffentlich aufgelegt und von der Gemeindeversammlung im Dezember 1976 genehmigt. Die Zeit war jedoch noch nicht reif für eine Weiterverfolgung des Projekts. 1983 wurden vom Gemeinderat Horn die Planungen für ein Seeuferprojekt wieder hervorgeholt, aktualisiert und in einer Vorprüfung vom Kanton positiv beurteilt. Es dauerte allerdings nochmals rund acht Jahre, bis der Regierungsrat im September 1991 die Konzession für die Erstellung des neuen Seeufers von Horn erteilte. Kurz danach wurde zusammen mit den Bauarbeiten des A1-Zubringers Arbon mit den Arbeiten begonnen.

Renaturierung
Damals beschränkte sich das naturnahe Bodenseeufer zwischen den Zuflüssen der Goldach und der Steinach nur noch auf ein kleines Stück Kiesufer, welches westlich an die Goldachmündung anschloss. Die restlichen Uferabschnitte waren (alle) massiv vermauert. Dieser Zustand konnte nur durch eine Renaturierung der Uferzonen entscheidend verbessert werden, wodurch der Natur wieder eine lebendige, biologisch aktive Kontaktzone zurückgegeben werden sollte. So galt es, in Horn zuerst eine neue Uferlinie zu finden.

Bei der Festlegung der neuen Uferlinie wurde berücksichtigt, dass sommerliche Hochwasserstände, als Ausnahmesituationen, hingenommen werden müssen und gewisse Rasenflächen während einiger Zeit überflutet sein können. Mit dieser Planung konnte das Projekt den natürlichen und typischen Bedingungen gerecht werden.

Die enge Zusammenarbeit mit den Kantonalen Fachstellen und Pro Natura Thurgau erlaubte die Planung und Realisation einer vielseitigen und ökologisch wertvollen Seeufergestaltung, an welcher sich heute unzählige Besucherinnen und Besucher erfreuen. Dieses Gebiet stellt jedoch auch ein wichtiges Rückzugs- und Brutgebiet für Vögel sowie einen Lebensraum für Amphibien und Reptilien dar. Auch Fische fühlen sich in den geschützten Flachwasserzonen wohl und suchen diese regelmässig auf. Bei Störungen reagieren die Wildtiere äusserst empfindlich und fliehen. Speziell in der Brutsaison kann dies verheerende Folgen haben. Dies kann von der Aufgabe des Brutplatzes, bis hin zur Aufgabe des eigenen Nachwuchses und somit zum sicheren Tod der Jungvögel führen.

Während der gesamten Planung galt es, eine Interessenabwägung zwischen einem freien Zugang zum See und den Schutzanforderungen unberührter und natürlicher Bereiche vorzunehmen. Gerade hier zeigt sich, dass die Rücksichtnahme des Menschen auf die Natur gefragt ist. Die Gemeinde dankt allen Besucherinnen und Besucher für ihr Verständnis und die Einhaltung der Verhaltensregeln.
Informationstafel
Neue Informationstafel zum renaturierten Seeufer

Datum der Neuigkeit 14. Mai 2018
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